kingdom summer pt.1

daydreams from escaping
going new places
meeting people, seeing faces
getting lost
but only where I must
old villages, small houses
wide fields, wildflowers
bewitch me, Great Britain

london

ich bin mal wieder losgerannt. für ein bisschen länger als nur ein paar Tage. hab die Ungebundenheit vermisst, das Abenteuer, Neues. wohin soll’s denn gehen und mit wem? die Liste der Orte ist lang, die Liste der Personen steht leer. alleine Reisen. kommt für mich nach der Kanadareise nicht in Frage, oder gerade deswegen? einfach mal machen, es wagen, los. keine Fliegerei, keine große Distanz, englischsprachig. Großbritannien. das war einfach (und mehr als überfällig). direkte Verbindung von Köln nach London, Zugpass für einen Monat. alles Stück für Stück realisiert, die ersten zwei Wochen geplant und den Rest offen gelassen. doch noch Begleitung gefunden, für die ersten fünf Tage. am 01. August los, davor drei große Uniabgaben. war vielleicht nicht meine beste Idee. der Juli füllt sich mit Stress und Unmotivation und Anspannung und Hitze und Durchziehen, bis zur letzten Sekunde.

der Wecker klingelt, fast noch Nacht. zu spät ins Bett, zu lange gepackt. der Gedanke daran, liegenzubleiben. Wärme, Geborgenheit, Sicherheit. comfort zone. gerade wieder aufgebaut, wieso jetzt schon verlassen? das Ohr rauscht, die Schulter kribbelt. höre Dich, Stress. bist noch da. alles am Limit. wo ist die Zeit zum verarbeiten? worauf warte ich? los. zurück zu Vorfreude, in die Ungewissheit. Gefallen daran finden. das Abenteuer wagen. einen Monat mit mir. hi, L o n d o n. vier schnelle Stunden später, angekommen in Europas größter Stadt. Kings Kross (kannte mich quasi schon aus, thanks Harry). im Underground in unser AirBnB gedüst. die fünfzehn Minuten von der Station zum Haus alles aufgesogen: Bilder, Gerüche, Gesichter. kann’s nicht besser (und kitschiger) ausdrücken, war Liebe auf den ersten Blick. alles geprägt von so einer coolen, lässigen, einladenden Atmosphäre. erwartet worden von meinen drei Camdengirls für den ersten Kaffeegang und einen ganz besonderen Beginn für diese Reise. über 16.000 Schritte täglich, Camden und Notting Hill und Brixton und Shoreditch. entlang der schönsten Häuserfronten, durch die besten Kaffee- und Essenspots, immer mit Sonne im Gepäck. 
ein bisschen (mehr) Herz hinterlassen und Vorfreude aufs Wiedersehen. 

Camden Town

das kam dann auch schneller als gedacht: habe schon während unserer ersten Stunden entschieden, die letzten Tage nochmal in London zu verbringen – um das klassische Touriprogramm nachzuholen, den Zug von dort aus nehmen zu können und einfach um noch mehr Zeit in dieser zauberhaften Stadt zu verbringen. was definitiv die beste Entscheidung war. die drei vergangenen Wochen alleine durch (fast) ganz Großbritannien haben mehr von mir genommen, als ich erwartet hatte: es war aufregend und schön und lehrreich und beeindruckend, aber auch anstrengend und lang und viel. die Luft war raus, ich hatte keine Lust mehr. keine Lust mehr, mir ständig mit fremden Leuten das Zimmer zu teilen, keine richtige Privatsphäre zu haben und Niemanden an meiner Seite zu haben mit dem ich weder meine Erlebnisse und Ausblicke noch Gedanken oder Probleme teilen konnte. war froh, wieder an einen Ort zu kommen, den ich wenigstens schon etwas kennengelernt hatte. gab wirklich noch keine Stadt in der ich mich direkt so wohl, zuhause und sicher gefühlt habe…

die ersten letzten Tage habe ich wieder in Camden Town verbracht, einer ganz anderen Seite von Camden allerdings. am ersten Abend spontan einen Park mit Aussicht auf das Stadtzentrum entdeckt, wo ich bei Sonnenuntergang gepicknickt habe und durch wohlhabende Viertel hin- und zurückspaziert bin. nicht mehr das kleinliche, etwas verranzte (positiv verranzt) Camden was ich bisher kannte. generell wieder endlos viel gelaufen, noch einmal zum Camden Market und auf die Portobello Road in Notting Hill.
für die letzten drei Nächte noch einmal das Hostel gewechselt und im zentralen Stadtinnern gelandet, fünf Minuten fußläufig zur Tower Bridge. ganz anderes Gesicht von London, alles modern und hoch und wild und voll. ohne dabei den Charme zu verlieren. hatte auch einen Tag noch voller Westminster Abbey, Big Ben (der leider komplett in Gerüst gehüllt war) und Buckingham Pallace. alles bisschen viel, einen drüber, aber natürlich sehenswert. sonst hab ich einfach den summer in the city genossen und versucht, meine Freude auf Zuhause in Grenzen zu halten. dabei das wohl beste Café der Stadt besucht (gleich zweimal): Ozone Coffee Roasters in Shoreditch. die letzten brennenden Stunden in dieser vibrierenden Stadt so richtig aufgenommen. nur so wie ich es wollte, nur für mich.

werde nicht lange weg sein, London, du hast es mir zu sehr angetan!

zwischen meinen beiden Aufenthalten dort, ging es quer durch das Königreich:
Brighton, Bath, Bristol, Newquay, Oxford, Nottingham, Edinburgh und für einen Tag auch in die Scottish Highlands.
mehr dazu ganz bald in pt.2

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